Die Ernährung – Teil 2

Weniger tierisches Eiweiß – und mehr Bitterstoffe. Bitter macht lustig, schlank und schön, süß nicht. Prävention ist die Spitzenmedizin der Zukunft, denn durch Gesundheitsförderung können mehr Krankheiten verhindert als durch Therapie geheilt werden.  …

Weniger tierisches Eiweiß

Ein Zuviel an tierischen Eiweißen (Eier, Milch und Fleischprodukte), was derzeit vielfach der Fall ist, sollte unbedingt reduziert werden.

Viele Krebs- und Zivilisationskrankheiten sind auch auf das Zuviel an tierischem Eiweiß zurückzuführen. Das Verhältnis der Nahrungsaufnahme sollte mengenmäßig 90 Prozent von der Pflanze und 10 Prozent vom Tier betragen. Das heißt, wir müssen das tierische Eiweiß um mehr als die Hälfte reduzieren. Dann wären außerdem nicht mehr so viel Agrarflächen für die Tierfütterung notwendig. Derzeit werden nämlich zwei Drittel der Agrarflächen dafür benötigt.

Würden wir die Tierprodukte um etwas mehr als die Hälfte reduzieren, was gesundheitsfördernd wäre, könnten plötzlich zwei Drittel der Agrarfläche für die pflanzliche Ernährung zur Verfügung stehen.

Mehr Bitterstoffe

Bitterstoffe sind Substanzen, welche Pflanzen bilden, um sich gegen Fressfeinde wie Raupen, Schnecken u.a. zu schützen. Aber genau diese Bitterstoffe können bei Tier und Mensch gesundheitsfördernd sein. Vor allem Wildpflanzen und alte Gemüse- bzw. Getreidesorten sind reich an diesen Substanzen. In der modernen Lebensmittelindustrie geht die Geschmacksrichtung „bitter“ zunehmend verloren. Damit reduziert sich auch der gesundheitliche Vorteil. Bitterstoffe wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, hemmen das Bedürfnis auf Zucker und wirken somit auch gewichtsreduzierend. Auch wirken sie auf die Psyche positiv. In einer wissenschaftlichen Arbeit der Universität Wien zeigen Belege, dass unter anderem eine gezielte Aktivierung der Bitterrezeptoren zelluläre Mechanismen stimuliert, welche krebshemmend sind. Wir sollten zukünftig unsere Jugend, welche vor allem auf die Geschmacksrichtung „süß“ ausgerichtet ist, mit allen gesundheitsschädlichen Folgen, in Richtung „bitter“ trainieren. Bitter macht lustig, schlank und schön, süß nicht.

© sanochron gmbh, August 2022
Quelle: Aus dem neuen Buch von Dr. Georg Lexer und Andrea Unterguggenberger: Der Auszeithof. Ein Buch über Natur, Gesundheit und Lebensfreude. Hermagorasverlag 2022, S. 16-17.